Im letzten Jahrzehnt hat die gerätetechnische Weiterentwicklung der Mammographiegeräte dazu geführt, dass die erforderliche Strahlendosis für die Mammographie deutlich abgesenkt werden konnte. Gleichzeitig wurden verbindliche Qualitätsvorschriften erstellt, die u. a. die Anfertigung von Röntgenmammographien nurmehr mit Geräten neuester technischer Bauart zulassen. Da die Mammographie letztlich jedoch auf dem Einsatz von Röntgenstrahlen beruht, gilt grundsätzlich, dass eine Mammographie nur angefertigt werden soll, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Die Abwägung, ob dieses der Fall ist, wird von dem behandelnden Arzt vorgenommen. Die effektive Dosis einer Mammographie beidseits in 2 Ebenen liegt bei ca. 0,2 bis 0,6 mSv. Das hieraus theoretisch errechenbare statistische Risiko kann im Vergleich zu dem Nutzen der Mammographie bei der Abklärung eines Tumorverdachtes bedenkenlos vernachlässigt werden.
Eine Schädigung der Brust durch die für die Untersuchung erforderliche Kompression ist ausgeschlossen, die gelegentlich auftretende Schmerzempfindung endet mit dem Abschluss der Untersuchung.
Mammographie – wann?
Wenn ein auffälliger Verdachtsbefund vorliegt sollte die Mammographie unmittelbar durchgeführt werden. Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen werden bevorzugt in die erste Hälfte des Monatszyklus gelegt, da die Beurteilbarkeit der Bilder etwas besser und die Druckempfindlichkeit der Brust geringer ist.
Mammographie – wie oft?
Zu unterscheiden sind die Mammographie bei auffälligen Brustveränderungen (z.B. tastbarer Knoten) und die Früherkennungs-Mammographie ohne konkrete Auffälligkeit. Bei auffälligen Brustveränderungen sollte die Mammographie ohne Zeitverzögerung durchgeführt werden. In der Nachsorge einer Tumorerkrankung werden die Zeitabstände von dem behandelnden Arzt empfohlen. Im Zusammenhang mit einer Chemo- oder Strahlentherapie können u.U. auch kurzfristige Kontrollen notwendig sein, ansonsten wird anfangs nach brusterhaltender Therapie ein Kontrollintervall von einem Jahr empfohlen. Früherkennungsuntersuchungen ohne konkreten Tumorverdacht werden für Frauen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr alle zwei Jahre empfohlen. In Abhängigkeit von einer möglichen familiären Belastung, dem Lebensalter und der Beschaffenheit der Brust sind für bestimmte Gruppen abweichende Empfehlungen möglich. Bei jungen Frauen empfiehlt sich der bevorzugte Einsatz der Ultraschalluntersuchung.