Die eigentliche Bestrahlung erfolgt an einem unserer drei Linearbeschleuniger. Diese Geräte erzeugen hochenergetische Röntgenstrahlung (Photonen), welche durch die Haut - daher der Ausdruck perkutan - in das Brustgewebe eindringt und dort ihre Wirkung entfaltet. Auf diese Weise kann die Dosisbelastung der Haut gering gehalten werden.
Die Anzahl der Bestrahlungsfelder richtet sich nach der Indikationsstellung. Ist nur die Brustdrüse, bzw. Brustwand zu behandeln, wird die Strahlung über sogenannte „Tangentenfelder“ (je eines von schräg vorne, bzw. seitlich einfallend) appliziert. Hinzu kommen eventuell ein bis zwei weitere Felder zur gleichmäßigeren Verteilung der Dosis in Brust oder Brustwand („Stützfelder“). Ist auch die Bestrahlung von Lymphknotenstationen notwendig, kommen noch weitere Bestrahlungsfelder im Bereich neben dem Brustbein (parasternal) und in der Schlüsselbeingrube (supraclaviculär), selten auch in der Achselhöhle (axillär), dazu. Da alle Felder genau aneinander anschließen müssen, ist es besonders wichtig, dass die Patientinnen sich während der Bestrahlung - die nur wenige Minuten dauert - nicht bewegen.
Abb 3. Lagerung einer Patientin am Bestrahlungsgerät. Durch das individuell einstellbare „Mamma-Board“ wird eine optimale horizontale Ausrichtung erreicht (links). Die Armhaltung über dem Kopf vermeidet ein Durchstrahlen des Armes auf der Seite der betroffenen Brust. Die Grenzen der Bestahlungsfelder sowie Markierungen zur korrekten Lagerung werden auf der Haut der Patientin nachgezeichnet (rechts).
Die verordnete Strahlenmenge wird jedoch nicht auf einmal appliziert, sondern in kleine Dosen aufgeteilt, welche an aufeinander folgenden Behandlungstagen (Montag-Freitag) eingestrahlt werden. Dadurch ist die Therapie gut verträglich (fraktionierte Bestrahlung). Eine Bestrahlungsserie erstreckt sich beim Mamma-Karzinom aus diesem Grund über ca. 6 Wochen (Gesamtdosis 50.4 Gy, tägliche Einzeldosis 1.8 Gy an 28 Behandlungstagen).