Simulation und dreidimensionale Bestrahlungsplanung
Vor dem Beginn einer Strahlenbehandlung sind zunächst einige vorbereitende Maßnahmen erforderlich. Zunächst findet ein ausführliches Erstgespräch mit anschließender Untersuchung durch den leitenden Arzt der Strahlenklinik bzw. dessen unmittelbaren Vertreter statt. Aufgrund der erhobenen Daten sowie mit Hilfe weiterer diagnostischer Informationen aus den durchgeführten bildgebenden Verfahren und den Laboruntersuchungen wird entschieden, wie die Bestrahlung durchzuführen ist.
Beim nächsten Termin werden an einem speziellen Röntgengerät (Therapiesimulator) die Bestrahlungsfelder individuell unter Durchleuchtung festgelegt und auf der Haut der Patientin markiert. Diese Markierungen erlauben eine präzise und reproduzierbare tägliche Einstellung der Felder am Bestrahlungsgerät. Aus diesem Grund dürfen die Einzeichnungen während der Zeit der Behandlung nicht abgewaschen werden.
Abb 1. Therapiesimulator zur Festlegung der Bestrahlungsfelder unter Durchleuchtung (links). Röntgen-Simulationsaufnahme der Brust (rechts). Die Lage des Zielpunktes sowie die Feldgrenzen sind durch Drahtblenden gekennzeichnet. Ein um die Brust der Patientin gelegter Draht dient zur Ermittlung der körperseitigen Feldgrenze.
Im Anschluss an die Simulation wird in gleicher Lagerung eine Computertomographie (CT) durchgeführt. Die dabei gewonnenen Bilddaten sind die Basis für eine computergestützte dreidimensionale Bestrahlungsplanung, die in enger Zusammenarbeit zwischen Strahlentherapeuten und Medizinphysikern erfolgt. Damit wird eine optimale, auf die individuelle Anatomie abgestimmte Bestrahlungstechnik mit bestmöglicher Schonung der gesunden Organe (Lunge, Herz, Haut) erreicht.
Abb 2. Individueller CT-basierter Bestrahlungsplan für die Behandlung einer linken Brust über zwei Tangentenfelder. Man erkennt die gute Schonung der rechten Brust, sowie der linken Lunge.